Archiv der Kategorie: Werte

Bedeutung der Markenqualität steigt wieder

Der Beitrag Markenqualität gefragt im Quality Report wartet mit einer erfreulichen Nachricht auf: Die bisher grassierende Schnorrer-, Abstauber- und Schnäppchenjäger-Mentalität scheint nun doch endlich wieder zu schwinden.

In diesem Zusammenhang unübertroffen ist immer noch der klassische Ausspruch von John Ruskin, engl. Sozialreformer (1819-1900), den wir seit längerem im Phönix-Wiki stehen haben:

„Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften. Es ist unklug, zuviel zu zahlen, aber es ist noch schlechter, zuwenig zu zahlen. Wenn wir zuviel bezahlen, verlieren wir etwas Geld, das ist alles. Wenn wir dagegen zu wenig bezahlen, verlieren wir manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen wir das niedrigste Angebot an, müssen wir für das Risiko, das wir eingehen, etwas hinzurechnen. Wenn wir das tun, dann haben wir auch genug Geld, etwas Besseres zu bezahlen.“

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Audemars Piguet, Girard-Perregaux

Weitere wichtige Marken, zu denen ich im Wiki die Berichte geschrieben bzw. erweitert und überarbeitet habe, sind Audemars Piguet und Girard-Perregaux – beides authentische Manufakturen, die sich um die Geschichte der Mechanikuhr verdient gemacht haben und sich im Besitz von Familien befinden. Letzeres ist auch ein wesentliches Merkmal, denn es spielt durchaus eine Rolle, ob eine traditionsreiche Manufaktur von einem Großkonzern gekauft worden ist und dort neben vielen anderen Produkten, etwa der Swatch, nebenherläuft, oder ob es sich um einen gewachsenen Bestand handelt, der von einzelnen Menschen, die damit direkt verknüpft sind, gepflegt und weiterentwickelt wird. Daraus ergeben sich grundsätzlich andere Entscheidungen, und nicht zuletzt auch Entscheidungen, die nicht bloß auf puren Kapitalertrag und die Befriedigung von Aktionären und anderen Shareholdern gerichtet sind.

Eigentlich sollten alle solchen Uhrenmarken im Privatbesitz sein. Das würde einiges ändern, und vermutlich würde auch mehr eine Qualität wie im 19. Jahrhundert und bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts produziert.

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Hublot und Erhard Junghans

Ich achte jetzt verstärkt darauf, was mir innerhalb eines völlig unübersichtlich gewordenen Marktes der besonderen Aufmerksamkeit wirklich wert ist – nicht, was es überhaupt an Neuigkeiten gibt. Denn wir befinden uns in einer ziemlich dekadenten Phase, in einer Art „Ausverkauf der mechanischen Tradition“, wo es nur noch ums schnelle Vermarkten durch Erhaschen der allgemeinen Aufmerksamkeit geht, indem modische, auf den ersten Blick auffällige Modelle lanciert werden, die sich nach kurzer Zeit als reine Eintagsfliegen erweisen werden. Immer noch größere Gehäuse und plakativere Zifferblätter; manche mechanischen Uhren lassen sich kaum noch von der neuesten Swatch-Garnitur unterscheiden. Zeitgeist eben: viel Theater, wenig bis gar nichts dahinter, reine Effekthascherei. Und natürlich Protz: Man muß, wenn man (noch) Geld hat, Reichtum und Luxus herzeigen, denn wenn man sonst nichts ist und hat (nichts Inneres, nichts Echtes), will man sich wenigstens so noch bestätigen und unterfüttern können. Das ist für mich genau das Gegenteil einer wertigen, soliden Uhrentradition, die auf Echtheit, auf handwerklich solider Kunst, auf Leistung und Gegenwert beruht.

Zwei Marken stachen für mich aus diesem trüben Vielerlei heraus, und ich bin dabei, mich eingehender mit ihnen zu beschäftigen:
1.
Hublot mit der neueren, durch Jean-Claude Biver angestoßenen Entwicklung und der spektakulären Big Bang. Den Beitrag dazu habe ich gestern ins ZEITGEFÜHL eingestellt. Der Big Bang Chronograph schrammt leicht an meiner oben geäußerten Kritik vorbei, denn auch er weist etliche Merkmale von Zeitgeist-Tam-Tam und Schnellebigkeit auf, aber er hat eben auch noch einiges mehr zu bieten, ein interessantes dahinterstehendes Konzept (Fusion), einen genialen Uhrenkenner und gestandenen Vermarktungsfachmann (Biver) – je länger man sich mit dieser unverwechselbaren, kecken Uhrenkreation befaßt, desto mehr lernt man dabei und bekommt so auch für sich selbst wieder etwas heraus (was z.B. bei den immer gleichen, unendlich öden und einfallslosen Testimonial-Kampagnen nie und nimmer der Fall sein kann).

2.
Erhard Junghans mit den neuen mechanischen Modellen, einem astreinen Unterfangen klassischer Mechanik. Die Unterlagen habe ich bereits erhalten, und mir gefällt daran v.a. der zurückhaltende, feinsinnige Stil, der alte Firmentradition mit neuen Ideen mutig verbindet. Denn alles, was heute noch zurückhaltend und feinsinnig daherkommt, ist bei der abgestumpften Masse schon einmal auf aussichtsloser Position; nur bestimmte Kenner und Feinschmecker mit besseren, sensibleren Nerven werden hier ansprechen und genauer hinschauen. Das ist also genau meine ganz private Wellenlänge.

Ganz gleich, was aus EganaGoldpfeil werden wird (in Hongkong toben wohl gerade die Kreditverhandlungen) – Marken wie Erhard Junghans (und Junghans überhaupt) werden immer standhalten, weil in ihnen Werte geschaffen werden, und zwar nicht nur materielle, sondern auch ideelle (und sogar spirituelle) Werte. Dies ist, wie bei Biver mit Blancpain und Big Bang / Fusion, immer der Ausgangspunkt, so entstehen Marken, so wird Uhrengeschichte geschrieben, und das wissen auch die Investoren ganz genau.

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Subjektiv

Durch meine im September begonnene Mitarbeit beim Wiki bekomme ich wieder Lust, auch hier wieder über Uhren zu publizieren. Und zwar in dem Stil, der die dort gepflegte nüchterne Sachlichkeit (es handelt sich ja dabei um kein Journal, sondern um eine Datensammlung und Enzyklopädie) ergänzt und transzendiert: rein subjektiv, ganz nach eigener Lust und Laune und mit den Modellen und Themen, die mich gerade am meisten inspirieren. Dazu gehört eben auch das Werten, etwas, das in Deutschland immer irgendwie verpönt ist und schnell Widerspruch und Diskussionen auf sich zieht, so als müßte man sich für jede eigene Betrachtung rechtfertigen und sie auf einen allgemein übereingestimmten Konsenz zurückstutzen oder gar, wenn es allzu privat empfunden ist, ganz unterdrücken.

Aber ohne dieses Werten könnte ich auch keine Qualität wahrnehmen. Qualität ist ja gerade nichts anderes als Wert, und Wert wiederum ist etwas, das jeder für sich als wertvoll und gut empfindet. Wieso das überhaupt rechtfertigen müssen? Und nur durch Werten wird die Unterscheidung zwischen dem, was einen anspricht und dem, was einen nicht anspricht, getroffen. Was inspiriert einen — was gibt einem die Empfindung von Schönheit, von Eleganz, von Raffinesse und von guter handwerklicher Arbeit?

Da habe ich schon seit dem Sommer diese schönen Bilder und Unterlagen von Baume & Mercier liegen, einmal zur William Baume Collection und einmal zur neuen Riviera-Linie. Großartige Fotos von großartigen Uhren. Nur weil ich hier subjektiv begeistert reagiere, entsteht bei mir auch der Wunsch, darüber zu schreiben, mir die Arbeit mit den Webseiten zu machen, Texte und Fotos einzustellen und meine Entdeckungen gebührend zu präsentieren. Für mich selbst genauso wie für jeden, der daran teilhaben und sich ebenfalls inspirieren lassen mag. Gut, daß es immer wieder solche Uhren gibt!

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Patek Philippe

Patek Philippe gehörte zu den Firmen, von denen ich bei der Erstellung des ZEITGEFÜHL-Uhrenbuches mit am freundlichsten unterstützt worden bin — was mich umso mehr freute, als es sich zugleich um den wohl renommiertesten Uhrenhersteller überhaupt handelt. Darüberhinaus verkörpern Uhren von Patek Philippe am meisten das, was hauptsächliches Thema sowohl des Buches als auch dieser Webseiten ist: qualitative Spitzenklasse auf dem Gebiet der mechanischen Uhr (und zugleich ein exemplarisches Studiengebiet für ganz konkrete, anschauliche Aspekte von Wertempfindung und Wertverständnis).

Deshalb fühlte ich mich inspiriert, nun den Beitrag Patek Philippe — Tradition uhrmacherischer Spitzenleistungen aufzunehmen, der einige Hintergrundinformationen, eine Markenchronik sowie einige wundervolle Uhrenbilder enthält.

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